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Im Rahmen der Begegnungswoche sprach die Tochter eines Zwangsarbeiters, dessen Vater und Bruder aufgrund ihres Glaubens im Jahr 1944 in das KZ Dautmergen-Schömberg deportiert wurden.
Sie betonte ihren großen Respekt vor den Überlebenden der Konzentrationslager, welche die enorme Kraft und den Mut aufbrachten, über ihre eigenen Erfahrungen als Häftlinge zu berichten, um ein Vergessen oder gar ein Leugnen des unermesslichen Leides zu verhindern, welches diese Menschen an Körper, Geist und Seele während ihrer Haft ertragen mussten.
Sie berichtete außerdem, dass ihr Vater selbst Jahrzehnte später den gewaltsamen Verlust seiner Familienangehörigen sowie den täglichen Überlebenskampf seelisch nicht verarbeiten konnte. Das erlittene Trauma blieb bis zu seinem Tod ein ständiger Begleiter, der seinen Alltag ebenso wie seine Tage und Nächte prägte. Trotzdem sei es ihrem Vater unmöglich gewesen, über das Erlebte zu sprechen, denn darüber zu sprechen hätte ihn unmittelbar noch mehr in die Empfindungen jener Zeit zurückversetzt.
Vermutlich gelang es vielen Überlebenden des Holocaust, ähnlich wie ihrem Vater, nur durch ihr Schweigen über die erlittenen Traumata, ein neues Leben aufzubauen.
Manche waren zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens in der Lage, über ihr Leid zu sprechen und damit wichtige Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit zu leisten. Diese Menschen haben mit außerordentlichem Mut und großer Kraft Enormes geleistet, obwohl sie während jedes Vortrags die Schrecken der Vergangenheit gleichsam erneut erleben und ertragen mussten.