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Der KZ-Friedhof Schörzingen
Der KZ-Friedhof liegt am Ortsausgang des Dorfes Schörzingen Richtung Wilflingen. Er wurde 1945 auf Anordnung der französischen Militärverwaltung angelegt.
Exhumierung der Toten des KZ-Schörzingen 1945 - Fotos von Edmond Gesson, ehemaliger französischer Kriegsgefangener und ab Mai 1945 Ortskommandant in Wehingen
In unmittelbarer Nähe befand sich in den Jahren 1944/45 das KZ Schörzingen. Heute breitet sich dort ein Gewerbegebiet aus. Eine Informationstafel der Initiative Gedenkstätte Eckerwald erinnert an das Lager. Ursprünglich war es für 200 Häftlinge konzipiert, die Zahl stieg aber im Zusammenhang mit dem Unternehmen Wüste auf über 1000 an. Die unmenschlichen Haft- und Arbeitsbedingungen führten zu einer sehr hohen Sterblichkeit, 529 Häftlinge starben in weniger als einem Jahr. Die Verstorbenen wurden bis Mitte Oktober 1944 im Krematorium in Schwenningen verbrannt. Dann wurden Massengräber in einem Talwinkel ausgehoben. Dort war der größte Teil der Toten verscharrt worden.
Nach dem Einmarsch der französischen Truppen kamen befreite Häftlinge nach Schörzingen zurück und zeigten der Militärregierung die Massengräber, die daraufhin geöffnet wurden. Bewohner der Nachbarorte und Honoratioren der Umgebung mussten sich an den Gräbern einen Eindruck von den Verbrechen verschaffen.
Nach der Exhumierung wurden die Toten auf dem Gelände des heutigen KZ-Friedhofs in Einzelgräbern, jedes mit einem Kreuz, beigesetzt und der Friedhof eingeweiht.
1947 entstand die offene Kapelle mit sechs Holztafeln mit den Namen der Opfer, nach Nationen angeordnet.
Bei der Gedenkfeier 2017 wurden zwei weitere Tafeln mit 106 Namen, die nachträglich recherchiert worden waren, angebracht und ein Totengedenkbuch mit insgesamt 529 Namen der Öffentlichkeit übergeben.
Für die Pflege des Friedhofs ist der Zollernalbkreis zuständig.